Kenya 2013 - Besuch in der Schule * Safari * Ferien am Meer

Sonntag, 29.09.13

Pünktlich um 17 Uhr werden wir von unserem Shuttlebus abgeholt. Unser Gepäck besteht aus 6 großen Koffern à 23 kg und 3 Handgepäckstücken.

Das meiste soll jedoch in Kenia bleiben, so z.B. eine Nähmaschine, ein Warmwasserboiler, CD-Recorder, Mengen an Hosen, Unterwäsche, Socken, sehr viel Bastelmaterial ...

 

Der Flug von Tegel nach Zürich verläuft reibungslos. In Zürich treffen wir Hanna, Sonja, ihre Tochter Annina und die anderen Mitreisenden. Insgesamt sind wir 10 Leute. Der Nachtflug gestaltet sich äußerst anstrengend, es ist sehr warm im Flieger und Luzie kommt nicht in den Schlaf.

 

Montag, 30.09.13

Am Morgen landen wir in Kilimanjaro/Tansania und kurze Zeit später in Mombasa. Die Passkontrolle geht diesmal überaus schnell, zu unserer Freude sind auch alle Koffer angekommen. Annedore hat dafür gesorgt, dass jemand auf uns wartet und uns eine Zollkontrolle erspart bleibt.

2 Safaribusse warten auf uns und die Fahrer Pasquale und Milton. Sie und die Fahrzeuge stehen uns jetzt in der 1. Woche durchgängig zur Verfügung.

Wir fahren zuerst in unsere Lodge, es ist die Ngutuni Lodge. Die Zimmer sind etwas moderner als im letzten Jahr in der Sagala Lodge. Wir werden mit gekühlten Handtüchern und frischem Ananassaft begrüßt und essen zu Mittag. Nachdem wir unsere Zimmer kurz begutachtet und die Koffer abgestellt haben, geht es auch endlich in die Schule.

Circa 20 Minuten fahren wir von unserer Lodge dort hin.

 

Da ist unsere Schule, wir können sie sehen, und als unser Fahrer hupt und die Kinder uns entdecken, kommen sie angerannt, winken, hüpfen vor Freude ... "Jambo!"

Mir schießen (die) Tränen in die Augen. Ich schaue zu Sonja rüber, ihr geht es genauso.

Als wir aufs Grundstück fahren, sind gleich alle da: Annedore, die Kinder, die Lehrer. Sie halten 2 Plakate in die Luft — "welcome back". Es ist so vertraut, dabei ist es 1 Jahr her, dass wir da waren.

Ich entdecke auch gleich Nyamula. Diesmal ist sie gleich viel aufgeweckter und begrüßt uns, Luzie und Nyamula umarmen sich sogar, es ist so süß.

 

Annedore erzählt mir, dass die Kinder schon ganz aufgeregt waren. Sie haben natürlich wieder ein kleines Programm für uns vorbereitet. Im Speisesaal werden Stühle für uns bereitgestellt und dann wird gesungen und getanzt. Die Lehrer stellen sich uns vor, denn Jörg, Sonja und ihre Tochter Annina, Mia und Therese sind zum ersten Mal hier in der Schule.

Danach schauen wir was sich verändert hat und vor allem auch Annedores Haus an. Es ist jetzt fertig und wunderschön geworden.

 

Da ich in die Koffer für die Schule auch die Geschenke für Nyamula und Daniel, das Patenkind einer Freundin, gepackt hatte, beschließe ich, diese dann auch gleich zu verteilen. Nyamula habe ich eine Jacke und 2 Schlafanzüge von Luzie mitgebracht und ein schönes Sommerkleid. Ich habe es in Deutschland selbst für unser Afrikaprojekt gespendet bekommen. Nyamula darf es in den Ferien mit nach Hause nehmen und dort tragen. In der Schule wird ausschließlich Schuluniform getragen. Bei inzwischen 180 Kindern ist das für die Sicherheit der Kinder sehr wichtig. Man soll sofort erkennen, dass sie zur Schule gehören.

Daniel darf seine Geschenke auspacken. Er packt alles aus und untersucht es sofort. Selbst die Farbnäpfe der Tuschefarben schraubt er auf und schaut was darin ist.

Richtig cool findet er die Lampe, die man sich auf den Kopf setzen kann.

Wir spazieren noch ein wenig durch die Schule, die Kinder spielen Gummihopse und mit Springseilen. Einige haben sich zu Grüppchen zusammengetan und beobachten uns gemeinschaftlich. Sonja hat auch ihr Patenkind Esther gefunden. Sie hocken vor einer kleinen Schüssel mit Wasser und beobachten wie 2 kleine Würfel zu bunten Waschlappen werden. Einen darf Esther behalten, den anderen bekommt die kleine Schwester.

Es wird dunkel und so fahren wir in unsere Lodge. Um 20 Uhr essen wir Abendbrot. Wir können unseren Augen kaum glauben. Durch das Wasserloch direkt an unserer Lodge kommen viele Tiere. Warzenschweine, Wasserbüffel, Zebras, eine Familie Elefanten und zur großen Freude kommen sogar 2 Löwen. Wir hatten das Brüllen der Löwen vorher schon gehört.

Die Ngutuni Lodge ist sehr schön, man fährt zwar von der öffentlichen Straße circa 15 Minuten, aber es ist wie Safari.

 

Dienstag, 01.10.13

Gegen 9 Uhr treffen wir uns zum Frühstück und können vom Frühstückstisch Warzenschweine, Zebras und eine ganze Herde Wasserbüffel beobachten. Um 10 Uhr kommen unsere Fahrer und wir fahren Richtung Schule. Auf dem Weg dorthin sehen wir gleich eine Löwin, Minuten später ein Löwenmännchen, welches es sich mit seiner Beute der letzten Nacht unter einem Baum gemütlich gemacht hat.

In der Schule angekommen haben die Kinder Unterricht. Wir sitzen mit Annedore zusammen und planen unseren Geldwechsel und den Einkauf.

 

Es hat ganz plötzlich angefangen zu regnen, ein Segen, denn es hat wochenlang nicht geregnet. Als wir nach Voi aufbrechen, ist es bereits Mittag und so nehmen wir noch einen Lunch und fahren dann Geld tauschen.

Unser erster Besuch gilt einem Buchladen, dort kaufe ich von den Spendengeldern Hefte und Bücher von der Wunschliste der Lehrer. Nicht alles ist vorrätig, kann aber bestellt werden.

 

Im Supermarkt bekommen wir den größten Teil des Einkaufszettels erledigt, weitere Hefte, Stifte, Waschmittel, Zahnpasta, Zahnbürsten. Wir wollen auch 80 neue Plastikstühle kaufen, die wir jedoch erst bestellen und auf einen guten Preis hoffen.

 

Dann weiter zum Laden wo wir Schuluniformen kaufen können. Eine Schuluniform besteht aus Hose oder Rock, Bluse, Pullover und einem Paar Socken und kostet umgerechnet 29 Euro. Um 4 Schuluniformen zu kaufen, benötigt man außerdem viel Geduld. Eine Verkäuferin sucht aus vielen Stapeln die Uniformen zusammen, sie schreibt alles einzeln per Hand auf einen Zettel, dann kontrolliert sie den Zettel noch einmal mit dem Rausgesuchten, rechnet die Einzelpreise mit dem Taschenrechner zusammen. Den Zettel gibt sie dann einer anderen Dame, die ihn nochmals mit dem Taschenrechner kontrolliert und eine neue Summe aufschreibt. Dame Nr. 1 bekommt den Zettel wieder und kassiert mein Geld, das gibt sie der Dame Nr. 2. Ich denke, dass ich jetzt mein Wechselgeld bekomme und gehen kann - aber nein! Dame Nr. 1 holt ein Quittungsbuch und schreibt den kompletten Zettel in Schönschrift ab. Als sie fertig ist, bekommt Dame Nr. 2 Zettel und Quittung, heftet diese zusammen und ich bekomme auch mein Wechselgeld.

 

Luzie und Jörg sind in der Zeit mit der Auswahl eines Schulrucksackes für Frank beschäftigt, so ein Rucksack kostet 3,50 Euro.

Wir treffen die anderen wieder und gehen gemeinsam zum Obst- und Gemüsemarkt, der 2 x in der Woche stattfindet und wie ich finde sehr schöne frische Waren hat. Sonja kauft für alle Kinder Bananen, Annedore erledigt ihren persönlichen Vitamineinkauf.

 

Zwischendurch werden wir freundlich von einheimischen Frauen angesprochen, sie lieben es fotografiert zu werden.

Zurück aus Voi haben wir zum Glück viele helfende Hände, die unseren Einkauf ausladen. Dixon hat auch viel von unseren Spendengeldern eingekauft - Speiseöl, Mehl, Reis ...

Im Speiseraum sind die Kinder am Üben, sie wollen am Samstag zum Besuchertag ein Theaterstück aufführen.

Wir bitten Phillip den Schulleiter uns Frank, Branson und Sharlet aus der Menge der Kids zu suchen, denn wir möchten ihnen gern die mitgebrachten Geschenke ihrer Paten überreichen. Wir suchen uns einen stillen Ort und beginnen mit Frank. Frank ist das Patenkind meiner Eltern. Ein wirklich niedlicher kleiner Kerl, sehr zurückhaltend und schüchtern. So sind sie aber alle.

Frank ist das Patenkind meiner Eltern.

Er ist seit letzem Jahr in unserer Schule, machte damals einen sehr unterernährten Eindruck und war vorher in keiner Schule.

Seine Mutter ist krank und kann sich nur schwer um ihn kümmern. Eine Tante (Schwester der Mutter) hat zwar auch kein regelmässiges Einkommen, versucht aber zwischendurch die beiden etwas zu unterstützen. Der Vater von Frank ist vor Jahren bei einem Autounfall gestorben.

 

Als Sharlet ihre Geschenke auspackt, ist mir Pasquale, unser Fahrer, behilflich den Brief von Sandra ins Englische zu übersetzen. Gleich im Anschluss darf auch Branson sich über seinen Brief von Katja und die Geschenke freuen. Erst als die 3 zurück in die Schule gehen, können wir von weitem sehen wie aufgeregt sie doch waren und sich ihre Geschenke gegenseitig zeigen und anschauen.

Es ist schon wieder dunkel geworden und wir fahren in die Lodge zurück. Durch den Regen am Vormittag gibt es jetzt viele Pfützen. Wahrscheinlich ist das der Grund warum heute Abend kaum Tiere zum Wasserloch kommen. Zum Abendessen sehen wir nur 1 Löwen.

Wir gehen zeitig ins Zimmer, denn morgen früh um 5 Uhr klingelt der Wecker, um 6 Uhr ist Aufbruch zur Safari.

 

Mittwoch, 02.10.13

Pünktlich um 5 Uhr werden wir geweckt, halb 6 ist Frühstück und kurz nach 6 fahren wir los in Richtung Amboselipark. Wir nehmen die Straße Richtung Nairobi, die einzige, die Mombasa und Nairobi verbindet. Zwischen den vielen LKW sind wir mit unseren 2 Safaribussen eine kleine Minderheit auf dieser gefährlichen Straße, auch heute sehen wir wieder einen umgekippten Tanklastwagen. Der Unfall scheint sich schnell herumgesprochen zu haben, denn es sind viele Leute gekommen, die das herauslaufende Benzin mit Schüsseln und Eimern auffangen.

Nach knapp 5 Stunden Fahrt haben wir die Einfahrt zum Amboselipark erreicht. Wir löhnen 200 Dollar für den Parkeintritt (2 x 80 und 1 x 40 Dollar). Es dauert nicht lange bis wir die ersten Tiere sehen können: Gnus, Strauße, Zebras, Impalas, Elefanten und zu unserer großen Freude Giraffen. Zum Mittag erreichen wir die AA Lodge, dort haben wir ein bisschen Pause und zur Freude unserer Kinder gibt es einen Pool. Um 16 Uhr geht es wieder auf Safari.

Der Amboselipark ist zum Teil sehr grün. An einer Palmenoase sehen wir Löwen. Luzie entdeckt sogar ein Löwenbaby, es schreit nach seiner Mama. Das ist schon etwas ganz Besonderes, so etwas sehen zu können. Auch die Spitze des Kilimandscharo taucht über den Wolken des Abendhimmels auf. Wir freuen uns ihn zu sehen.

Um 18.30 Uhr sind wir zurück, nach dem Dinner kommen Massai in die Lodge. Sie zeigen uns ihre Gesänge und Tänze. Es gefällt uns richtig gut. Luzie tanzt sogar mit.

Wir sind müde und gehen zeitig schlafen.

Donnerstag, 03.10.13

Wir stehen wieder sehr zeitig auf und fahren gleich nach dem Frühstück los. Unser erstes Ziel ist ein Massaidorf. Wir verhandeln 1000 Schilling (ca. 10 Euro) pro Person und Kinder frei. Erst tanzen die Massai mit uns, dann zeigen sie uns ihre Arzneivorräte, die aus Wurzeln und verschiedeneren Baumarten bestehen, wie Feuer gemacht wird und eine ihrer Hütten. Natürlich müssen wir dann auch ihren Schmuck anschauen. Das Verhandeln des Preises scheitert jedoch, ich will keinen überteuerten Schmuck kaufen, den ich nicht brauche.

Heute zeigt sich uns der Kilimandscharo, so toll. Ich muss ihn immer wieder fotografieren.

Wir fahren viel über Land. Das ist überaus interessant. Die Menschen arbeiten auf den Feldern, sitzen vor ihren Hütten. Es gibt hier sehr viele Massaidörfer.

Ab und zu haben wir die Möglichkeit, Kindern ein paar Süßigkeiten zu schenken. Das würde ich am liebsten den ganzen Tag machen, doch wir haben wenig Zeit. Unser Fahrer erklärt uns, dass man doppelten Parkeintritt bezahlen muss, wenn man 12 Stunden überschreitet.

Wir fahren also teilweise im Affenzahn zum Tsavo West. Dort angekommen ist unser erstes Ziel die Lions Bluff. Dort nehmen wir unseren Lunch und haben knapp 2 Stunden Zeit, bevor es um 16 Uhr wieder auf Safari geht. Der Tsavo West Park hat sehr viele Elefanten, Wasserbüffel und Zebras zu bieten. Auch wunderschöne bunte Vögel können wir sehen und sogar aus der Hand füttern.

 

Gegen 18.30 Uhr wird es wieder dunkel, wir fahren zur Lodge zurück. Um 20 Uhr wird uns ein Dinner auf der Terrasse serviert. Es ist eine unglaubliche Stimmung, die Weite, der Sternenhimmel ...

Nach dem Dinner führt uns ein Massai zu unserem Zelt. Nach Einbruch der Dunkelheit darf hier niemand ohne Begleitung allein gehe, denn die Tiere laufen direkt durch die Lodge.

 

Wir schlafen schnell ein, werden aber gegen 5 Uhr durch laute Geräusche geweckt ... Elefanten sind direkt neben unsere Hütte und Tiere, deren Geräusche ich nicht kenne. Milton, einer unserer Fahrer, sagt uns am Morgen, es waren Leoparden! Ich hätte sie so gern gesehen.

Freitag, 04.10.13 Die Sonne scheint und der Kilimandscharo begrüßt uns in seiner vollen Schönheit. Nach dem Frühstück fahren wir zuerst zur Salt Like Lodge. Dort gibt es ein Wasserloch und so kommen dort immer sehr viele Tiere hin. Wir bleiben eine ganze Weile da und beobachten mehrere Elefantenherden. Man kann schön die Familienstrukturen und ihr soziales Verhalten beobachten. Eine alte Elefantendame hat keine Stoßzähne mehr. Unser Fahrer erzählt uns, dass Wilderer diese genommen haben und es im noch ein großes Problem ist. Dieser Elefant hat noch "Glück" gehabt, man hat ihn dafür betäubt und nicht umgebracht.

Wir brechen auf Richtung nach Hause, nach Voi. Zuerst fahren wir in Voi in die Maischariki Lodge, dort treffen wir Annedore. Diese Lodge gehört italienischen Freunden von Annedore. Sie begrüßen uns freundlich und führen uns durch die wunderschöne Lodge. Wir trinken noch etwas und fahren dann zur nächsten Lodge, der Lions Hill. Sie liegt auf einem Berg und man hat einen wunderschönen Ausblick auf den Tsavo Ost. Wir nehmen dort unseren Lunch und jetzt geht es endlich wieder in die Schule.

 

Luzies erster Weg geht nach unserer Ankunft aber direkt zu den 2 Hundebabys. Lara, Annedores Hündin, hat vor einer Woche 2 Welpen geboren. Luzie und Annina haben sich während der Safari Namen für die beiden ausgedacht - Luna und Garfield. Annedore ist es recht.

Ich sortiere noch einmal mein Gepäck durch, denn ich habe noch nicht alles ausgepackt, was ich als Spenden mitgebracht habe. Nachdem ich fertig bin stelle ich fest, dass ich wirklich 4 große Koffer samt Inhalt dabei habe, die hierbleiben.

 

Wir gehen rüber in die Schule. Die Kinder sind am Putzen und vorbereiten, denn morgen ist Besuchertag. Sie holen mühselig Wasser mit Eimern aus den unterirdischen Zisternen, tragen diese zum Speiseraum. Dort wurde der ganze Saal leer geräumt und jetzt wird er gesäubert. Auch das geschieht in meinen Augen sehr aufwendig. Mehrere Kinder fegen das Wasser mit Reisigbündeln über den unebenen Boden. Draußen werden alle Stühle abgeseift und zum Trocknen in die Sonne gestellt. Auf dem ganzen Grundstück hängt Wäsche zum Trocknen, alle Leinen sind voll und selbst in den Sträuchern hängen Kleidungsstücke, über den Zaun die Socken.

Roman, einer der Lehrer, ist damit beschäftigt einigen Kindern die Haare zu schneiden. Das geschieht direkt neben der Schreinerei, dort werden Betten gebaut. Mit einem Handhobel bearbeitet der Schreiner Zypressenholz. Es sieht gut aus, ist aber wirklich schwere Arbeit.

Eine große Traube von Kindern hat sich versammelt und als ich näher komme, kann ich Sonja, Annina und Luzie mittendrin entdecken. Sie häkeln mit den Fingern bunte Armbändchen für die Kinder und haben offensichtlich Spaß daran.

Ich laufe ein Stück weiter, da kommt mir Nyamula entgegen, freut sich mich zu sehen und fragt ob ich mitkomme. Na klar. Wir gehen hinter das Schulgebäude. Dort üben Kinder an dem Theaterstück für morgen und haben Spaß dabei. Ich nehme meine Kamera und filme ein Stück davon. Als ich es den Kindern zeige, kichern sie, weil sie es lustig finden sich selbst zu sehen.

 

Nyamulas Schuluniform ist sehr schmutzig und zerschlissen und eine Freizeituniform hat sie nicht. Nyamula erzählt mir, dass ihre Eltern ihr keine gekauft haben. Ich frage Annedore wie das sein kann. Leider gehört Nyamula auch zu den Kindern, deren Eltern sich um nichts bemühen. Im Gegenteil, die Eltern treten mit Forderungen an Annedore, sie möchten ein Handy, denn ihre Tochter hat ja einen Sponsor! Es macht mich wirklich traurig so etwas zu hören, denn die Kinder können nichts dafür. Ich kann nur hoffen, dass wenigstens einige Kinder durch die Schule geprägt und besser als ihre Eltern werden.

Spontan beschließe ich für Nyamula eine Freizeituniform zu kaufen, sie kostet keine 10 Euro und besteht aus T-Shirt, Hose und Wickelrock.

 

Ich gehe zurück in Annedores Haus. Wir sitzen noch ein bisschen zusammen. Annedore beantwortet mir unzählige Fragen über die Schule, Land und Leute.

Als wir aufbrechen wollen, stellen wir fest, dass Luzie und Annina noch nicht da sind. Ich gehe nochmals in die Schule. Unsere beiden Mädchen stehen mit einer Gruppe Schulkinder zusammen und lachen. Als ich näher komme, singen Luzie und Annina gerade "Alle meine Entchen..."

Sie haben sich gegenseitig Lieder vorgesungen und sich darüber amüsiert.

Auf dem Weg in die Ngutuni Lodge versperren uns 3 große Elefanten den Weg, wir müssen anhalten, warten und hoffen, dass sie ruhig bleiben. Sie bleiben ruhig und ziehen friedlich weiter.

 

Samstag, 05.10.13

Um 10 Uhr sind wir in der Schule, heute ist Besuchertag. Anders als im letzten Jahr haben die Eltern eine Art Elternversammlung. Es gibt aus jeder Klassenstufe Elternsprecher. Sie sprechen mit den Eltern über die Organisation der Schule und darüber, was die Schule von den Eltern erwartet. Es gibt sehr viele Eltern, die viel zu leger mit dem Thema Schule umgehen. Sie schicken die Kinder nicht rechtzeitig aus den Ferien zurück, geben ihnen oft total kaputte Flip Flops mit oder gar keine. Ein Muster einer Zahnpasta, keine Zahnbürste, keine Ersatzunterwäsche, etc. Auch die Bücher, die Kinder mit nach Hause nehmen, um ab und zu hineinzuschauen, werden in irgendeine Ecke geworfen wenn zu Hause angekommen und dann wird vergessen, diese den Kindern wieder mitzugeben etc.

Die Kinder sind toll und diszipliniert! Die Eltern leider nicht.

Sonja hat aus der Schweiz alles mitgebracht, um Schokikuchen zu backen. Das macht sie bei Annedore im Haus. Es ist eine große Herausforderung. Der Ofen hat Gas mit Unterhitze, keine Umluft und keine Oberhitze. Da Sonja für die ganze Schule Kuchen backen möchte hat sie große Mühe 26 Eier, 2 kg Zucker, 2 kg Nutella, 1,5 kg Butter, 2 kg Mehl ... ohne Waage, ohne Mixer und nur mit einem Kuchenblech zuzubereiten. Doch mit ihrer positiven Art meistert sie das hervorragend. Als wir den Kuchen verteilen, dauert es keine 10 Minuten und alles ist aufgeteilt. Es war viel Kuchen, aber es hätte X mal mehr sein können für 180 Kinder, Lehrer und Angestellte.

Wir können schön beobachten, wie die Kinder untereinander sind. Sie teilen das Stück Kuchen mit bestimmt 10 anderen Kindern, jeder bekommt einen Krümel ab.

Annina und Luzie sind sehr beliebt bei den Kindern, von weitem rufen und winken sie. Immer wieder sollen sie Fragen beantworten, in welche Klasse sie gehen, welches ihre Lieblingsfächer sind, wie ihre Schule heißt usw.

Es ist geplant, dass wir heute Mittag in der Schule mitessen. Oh je, ich habe schlechte Erinnerungen an das letzte Jahr. Aber gut, ich gebe mir eine 2. Chance. Zum Glück gibt es keine Bohnen mit Mais und so willige ich ein. Es gibt Reis. Er ist mit verschiedenen Gewürzen und ein bisschen Beef, man kann es gut essen.

 

Durch die Hilfe von vielen Freunden, Bekannten und Verwandten konnte ich 1010 Euro mit nach Kenia bringen. Bereits am Dienstag waren wir selbst in Voi und haben Einkäufe für die Schule getätigt. Es wurde jetzt auch endlich ein sehr großer neuer Kochtopf gekauft. Neue Stühle kommen in den nächsten Tagen. Ich freue mich, dass das Geld sinnvoll angelegt werden konnte.

 

Ich habe ein Plakat vorbereitet und die Namen aller Helfer darauf geschrieben. Nach dem Mittag nehme ich mir ein paar Kinder zusammen und erzähle ihnen, was ich mit dem Plakat vorhabe und was die Namen bedeuten. Sie haben große Freude daran es zu bemalen. Nach nur kurzer Zeit haben wir ein buntes Kunstwerk geschaffen und halten es auf einem Foto fest. An dieser Stelle noch einmal ein ganz großes ASANTE SANA (recht herzlichen Dank) an alle die dazu beigetragen haben.

Während meiner Malaktion werde ich von einer Frau angesprochen. Sie ist die Mutter eines Kindes hier in der Schule. Sie fragt mich, ob ich nicht Sponsor für ihre Tochter werden kann. Ich erzähle ihr, dass ich bereits ein Patenkind habe.

Zum Glück haben heute doch recht viele Kinder Besuch von ihren Eltern bekommen. Sie sitzen in kleinen Gruppen im Garten verteilt.

Zum Ende des Besuchertages sind die Kinder mit aufräumen beschäftigt. Sie schleppen ihre Schulbänke wieder in die Klassenräume. Fast das gesamt Mobiliar wurde im Speisesaal für die Elternkonferenz gebraucht.

Ein schöner Tag geht zu Ende, nach 18 Uhr fahren wir in unsere Lodge.

 

Sonntag, 06.10.13

Am Morgen fährt Luzie mit Annina bereits zeitig in die Schule. Sonja möchte mit den anderen eine Kirche besuchen. Jörg und ich bleiben noch bis 10 Uhr in der Lodge. Wir genießen diese Stille. Von unserem Balkon aus können wir Zebras am Wasserloch beobachten. Nach dem Frühstück werden wir dann auch von Pascal abgeholt und fahren zu Schule. Heute ist eine Geburtstagsfeier für alle Kinder, die im Oktober Geburtstag hatten. Es sind 10 Kinder und Hanna. Sie bekommen Ehrenplätze im Saal und große Torten werden bereitgestellt. Die Torten wurden in der Schule gebacken und liebevoll geschmückt. Zuerst wird ein Programm aufgeführt, dann wird Happy Birthday gesungen, in dem Fall 11-mal.

Die Torten werden aufgeschnitten und verteilt. Ratzfatz ist alles verputzt.

Es ist Zeit Abschied zu nehmen. Ich habe Tränen in den Augen, die Kinder werden mir fehlen. Auch von Annedore trenne ich mich schweren Herzens, ich hatte gute Gespräche mit ihr.

Es geht Richtung Mombasa. Es regnet, der Himmel weint. Es ist aber gut für die Region und so sehe ich es positiv.

Nach guten 2 Stunden erreichen wir Mombasa, durch den Regen ist alles schlammig, dreckig, sehr schlimm anzusehen.

Wir halten noch in einem Nakumatt und versorgen uns mit Wasser und Keksen für unseren Aufenthalt im Hotel.

Um 18.30 Uhr treffen wir in der Severin Sea Lodge ein. Zu unserer großen Freude hat es geklappt und wir haben wieder das Zimmer 179. Das Dinner ist köstlich, wir gehen zeitig schlafen.

 

Montag, 07.10.13

Die Sonne scheint, das Frühstück war perfekt und nun gehen wir zum Strand. Wir wollen nur spazieren.... "Nur" ist aber nicht möglich. Zu viele Einheimische stürmen zu uns, wollen verkaufen, massieren, uns auf ihre Boote locken ...

Zwei begleiten uns bei unserem Spaziergang und erzählen von den Krabben, zeigen uns Seekartoffeln und andere interessante Dinge des Meeres, es ist gerade stark Ebbe, wir geben ihnen 3 Dollar als wir zurück im Hotel sind. Es ist ok für uns, es war interessant.

Am Nachmittag gehen wir in die andere Richtung, es ist mühsam. Man traut sich nicht, Blickkontakt aufzubauen, denn man wird sofort in Gespräche verwickelt. Eigentlich möchten wir freundlich sein, es dauert aber nicht lange und schon sehen wir bestimmt überheblich aus. Wir ignorieren die Einheimischen, es ist das Einzige was hilft, dass sie uns in Ruhe lassen. Sie sind wirklich sehr aufdringlich. Was ich aber finde, sie sind nicht aggressiv. Auch wenn man nicht gucken und kaufen möchte, wünschen sie einen schönen Tag.

Ansonsten genießen wir unseren Urlaub, faulenzen auf unseren Sonnenliegen, lesen, baden und lassen es uns gut gehen.

Nach einem sehr guten Abendessen schauen wir noch die Darbietung von 4 Akrobatikkünstlern an und gehen zu Bett.

Dienstag, 08.10.13

Gleich nach dem Frühstück versuche ich an der Rezeption Geld abzuholen. Als ich dem Angestellten sage, dass ich gern 100.000 Keniaschillinge haben möchte, lacht er, so viel kann ich bei ihm nicht bekommen. Es sind umgerechnet 1.000 Euro. Ok, wir müssen also zu einer Bank. Wir lassen uns den Weg erklären und gehen über den Strand bis zum Travellers Hotel, dort hindurch zur Straße hoch und noch ein paar Meter der Straße entlang. Auf der Bank läuft alles reibungslos und meine Bedenken, dass ich Schwierigkeiten bekomme, weil ich keinen PIN für meine Visakarte dabei habe, sind zum Glück unbegründet. Ich hole so viel Geld ab, weil Hanna für die Safari noch das Geld von uns bekommt und ich damit rechne, dass meine Visakarte gesperrt werden könnte. Ich nutze sie nur sehr selten und habe vergessen meine Bank anzurufen, dass ich mich mit der Karte im Urlaub befinde. Einmal ist es tatsächlich schon passiert, dass mir meine Karte wegen unregelmäßigen Kontobewegungen gesperrt wurde. Zum Glück, denn da wurde sie wirklich missbraucht. Ich mache mir jetzt aber keine Gedanken, mit dem Geld kommen wir bis zum Wochenende gut aus.

 

Den Rückweg nehmen wir durch ein anderes Hotel. Es ist auch eine wunderschöne Hotelanlage. Wir gehen noch kurz in den Shop und kaufen ein paar Souvenirs und staunen nicht schlecht, dass die Preise zum Teil günstiger sind als am Strand - diese Schlitzohren.

Zurück im Hotel gehen wir wieder dem Faulenzen nach. Ich lese gerade ein Buch von Elke Widmann, es heißt "Jambo Kenia". Es ist ihr Reisebericht und ich habe das Gefühl, wir haben vieles genau so erlebt, wie sie es beschreibt. Zum Teil lese ich es Jörg vor. In dem Buch finde ich sogar interessante Tipps, wie zum Beispiel "Hapana sitaki, asante sana" was so viel heißt wie „Nein, ich möchte nichts - vielen Dank!“ Oder, dass ein Kellner im Hotel für 16 Stunden Arbeit ca. 3 Dollar bekommt. Ok, die beiden Strandboys von gestern haben für ihre halbe Stunde Spaziergang mit uns ein gutes Geschäft gemacht.

 

Die Relation des Geldes ist für uns sehr schwierig, was ist wenig, was ist viel, was ist zu wenig, was ist zu viel?

Am Nachmittag kommen Hanna und die anderen Frauen aus Voi. Nun sind wir wieder zu zehnt.

Ein gemeinsames Abendessen ist heute noch nicht möglich, erst für morgen wird uns ein großer Tisch versprochen.

Wir haben nicht viel getan, sind aber trotzdem müde und gehen recht früh zu Bett.

Mittwoch, 09.10.13 Schon um 7.00 Uhr habe ich ausgeschlafen. Ich koche mir einen Kaffee, wir haben einen Wasserkocher, Kaffee und Tee auf unserem Zimmer, und mache es mir auf unserem Balkon mit meinem Buch gemütlich. Es ist schon sehr warm, die Hotelangestellten wirbeln bereits, um es für uns schön zu machen. Der Pool wird gereinigt, die Matratzen werden aufgelegt, es wird geputzt, gewischt, aufgeräumt und jeder begrüßt mich mit einem freundlichen "Jambo, how are you?"

Sie geben sich wirklich sehr große Mühe, um es uns so angenehm wie möglich zu machen.

Kurz nach 8.00 Uhr hat auch Jörg ausgeschlafen und beschließt spontan joggen zu gehen, nur kurz. Als er zurückkommt, muss er zugeben, dass es sehr heiß war, er braucht eine Ewigkeit um sich wieder zu akklimatisieren.

Hanna, Sonja, ich und die Kinder wollen heute einkaufen fahren. Hanna hat uns Leo organisiert, das ist unser Driver vom letzten Jahr. Ein sehr großer gemütlicher Afrikaner. Er spricht gut Deutsch und beendet alles seine Sätze mit "Halleluja!" Oder "Alles Paletti, Spagetti!"

Wir fahren mit ihm Richtung Mombasa City in einen Einkaufsmarkt, es gibt hier Stoffe in Hülle und Fülle. Ich kann mich gar nicht entscheiden und kaufe erst einmal ein Kleid und einen Rock - wunderschön, tolles Material und beides zusammen für umgerechnet 16,50 Euro.

Danach suche ich noch ein paar Stoffe aus, denn morgen wollen wir vom Schneider daraus etwas schneidern lassen. Die Stoffe sind auch außerordentlich günstig, der laufende Meter kosten 3 Euro.

Auf dem Rückweg halten wir noch an einer großen modernen Shoppingmall an. Um auf den Parkplatz zu fahren, werden alle Fahrzeuge durch Polizeibeamte kontrolliert. Sie gehen mit Metalldetektoren um das Auto, öffnen den Kofferraum. Bei uns geht es sehr schnell, wahrscheinlich haben wir die richtige Hautfarbe.

Auch vor der Mall und noch einmal direkt vor dem Nakumatt stehen bewaffnete Polizisten und machen Taschenkontrollen, es ist wie am Flughafen. Die Anschläge in den letzten Wochen sind für diese Sicherheitsmaßnahmen verantwortlich. Ich kann mein Gefühl dabei nicht zuordnen. Macht es mir Angst oder fühle ich mich dadurch sicher?

Im Nakumatt bin ich völlig überfordert. Ich bin in Kenia, habe vor ein paar Tagen noch die Armut pur gesehen, auch vor ein paar Minuten noch auf der Straße, die Slums, die Müllberge, in denen Menschen wohnen. Hier im Markt ist davon nichts zu spüren. Vollklimatisiert, sauber, reich bestückte Warenregale! Nein, es passt einfach nicht zusammen!

 

Wir kommen wohlbehalten ins Hotel zurück und kühlen uns erst einmal im Pool ab.

Am Nachmittag gehe ich mit Jörg und Luzie eine Runde am Strand spazieren. Wir wollen ein paar Tücher kaufen, ich bin auch auf der Suche nach einem geschnitzten Warzenschwein, dem "Mombasaexpress".

Sehr schnell sehen wir ein paar gut geschnitzte Sachen, es gibt schon Unterschiede der Handwerkskunst, das spiegelt sich aber in den Preisen hier nicht wider.

Ich nehme eins in die Hand und will es nur anschauen, da schreibt mir der Verkäufer einen Preis auf und will verhandeln. 950 KSh, das ist sowieso viel zu viel. Ich würde bestimmt 400 KSh sagen. Da es das erste Warzenschwein ist, welches ich näher betrachte möchte ich aber gar nicht verhandeln und kaufen, ich will erst noch schauen und so sage ich dem Verkäufer, dass ich auf dem Rückweg wiederkomme. Er handelt und handelt, aber ohne mich und ist plötzlich bei 250 KSh - wie bitte? Umgerechnet 2,50 EUR. Nun ist es mir fast peinlich es nicht zu nehmen. Wir kaufen es und noch eine Giraffe dazu für 300 KSh.

An anderen Ständen kaufen wir noch wunderschöne Tücher und treten dann unseren Rückweg an. Unseren anderen Wünschen wollen wir in den nächsten Tagen nachgehen und so gebrauche ich nun regelmäßig meine gelernten Satz "Hapana sitaki, asante sana"

Jörg ist richtig cool drauf, er sagt einfach, dass er nur Russisch spricht. Hihi, sie können hier Englisch und Deutsch, aber Russisch können sie nicht und so lassen sie schnell ab von uns.

 

Donnerstag, 10.10.13

Ein Tag an dem es nichts zu berichten gibt. Wir haben den ganzen Tag mit Nichtstun verbracht.

 

Freitag, 11.10.13

Heute wollen wir den Haller Park besuchen.

Eigentlich hatten wir vor, uns 2 Tucktucks zu nehmen, das sind Dreiradtaxis. Es haben immer 3 Gäste darin Platz, im letzten Jahr haben wir es auch zu fünft benutzt.

Als wir jedoch das Hotel verlassen, stehen nur Taxis bereit und so beginnen wir zu verhandeln. Für die Hin- und Rückfahrt zum Hallerpark verhandeln wir 1200 KSh, ein sehr gutes Geschäft für den Taxifahren, denn der Haller Park ist nur 5 Autominuten entfernt. Es ist für uns ok.

 

Für den Eintritt im Park bezahlen wir 12 Euro für einen Erwachsenen und 5 Euro für ein Kind. Wir bekommen einen deutschsprachigen Guide an die Seite und schon geht es los. Begrüßt werden wir von Riesenschildkröten. Wir können sie anfassen, sie laufen frei herum, so wie fast alle Tiere hier. Mungos, Wasserböcke und unzählige Affen.

Das Highlight des Parks ist aber die Giraffenfütterung. Für 50 KSh bekommt man einen kleinen Beutel Futter zu kaufen. Es ist ein großer Spaß, diese Tiere haben irre lange, schleimige Zungen. Ganz vorsichtig nehmen sie das Futter von meiner flachen Hand ab.

 

Genauso viel Spaß wie an der Fütterung selbst habe ich aber daran, das Futter mit anderen Kindern zu teilen. Mehrere Schulklassen sind heute hier im Park und die Kinder freuen sich, als ich ihnen das Futter auf die Hände legen und sie es verfüttern dürfen.

Sowieso sind es oft die kleinen Geschichten am Rande des eigentlichen Erlebnisses die Afrika so spannend machen.

 

Wir wollen gerade die Giraffen verlassen, da treffen wir auf Kinder einer Schule aus Ukunda, das liegt südlich von Mombasa. Es sind Kinder der 1-3. Klasse. Sie sind so fröhlich und schauen immer wieder zu uns rüber. Es dauert nicht lange und schon sind wir mittendrin. Die Kleinen umarmen Luzie und Annina, einfach so. Wahrscheinlich sind wir jetzt die Attraktion hier im Park. Der Lehrer macht sogar ein Gruppenfoto mit unseren weißen Kindern in der Mitte.

Vor dem Park haben wir noch ein paar Minuten Zeit bis unser bestelltes Taxi kommt. Luzie streichelt die Riesenschildkröten und wir beobachten die Affen. Als ich in die Tasche greife und Sonja zeige, dass ich noch eine Banane hätte kommt sofort ein Affe auf mich zugeschossen. Ich mache meine Tasche sofort wieder zu. Es ist aber zu spät - der Affe weiß, dass ich eine Banane habe und schaut mich böse an.

Ok, er soll sie haben. Aber wie bekomme ich die Banane aus der Tasche, ohne dass er mich anspringt? Luzie ist mutig, in Windeseile öffnet sie meine Tasche und wirft die Banane schnell weit weg. Der Affe schnappt sie sich und flitzt damit auf den nächsten Baum. Damit haben wir ein komplettes Affentheater ausgelöst, denn nun folgen die anderen Affen dieser einen Banane. Es ist ein rasantes Schauspiel.

Unser Fahrer kommt und wir fahren zum Hotel zurück.

 

Am Nachmittag gehen wir wieder an den Strand, Luzie wünscht sich noch ein Krokodil.

"Hapana sitaki asante sana" verschafft mir wirklich ein wenig Abstand. Ich werde gefragt ob ich Halb-Kenianerin bin. Sie können ja nicht ahnen, dass es die fast einzigen Wörter sind, die ich in Suaheli beherrsche.

Nach fast 2,5 Stunden Strandspaziergang finden wir direkt vor unserem Hotel an einem Stand ein schönes, recht großes Krokodil aus Holz. Er möchte 2500 KSh. Ich sage zu Luzie, sie soll 1000 KSh auf den Zettel schreiben. Was macht Luzie? Sie schreibt 1500, da wollte ich eigentlich zum Schluss hin.

Der Verkäufer schreibt 2300 KSh. Ich sag zu Luzie: "Schreib 1400!"

Nun schaut der Verkäufer mich verdutzt an. Wollen wir ihn veräppeln? Er schreibt 1800 KSh. Ich nehme den Zettel und schreibe 1300 KSh. Er versteht die Welt nicht mehr.

Nun sage ich ihm "1500 KSh, no more!" Er schlägt ein und das Krokodil wechselt den Besitzer. Ich hoffe, es passt in einen unserer Koffer.

Schon seit Mittag wirbelt das Personal und baut am Pool Tische auf. Weiße Tischdecken, Stühle im Wechsel mit weißen und schwarzen Stuhlhussen. Sie bereiten ein Candle-Light-Dinner für heute Abend vor.

Es sieht wunderschön aus. Als wir um 19.30 Uhr zum Dinner kommen, werden wir jeder mit einer Kokosnuss, gefüllt mit einem Getränk, begrüßt.

Heute übertrumpft sich das Hotel noch einmal selbst. Das Dinner ist jeden Abend ein Genuss aber heute gibt es noch 2 Gänge mehr und die Küche hat fantastische Arbeit geleistet. Bis nach 21.30 Uhr sind wir mit Schlemmen beschäftigt.

Samstag, 12.10.13 Ein Tag im Hotel. Heute ist die Ebbe nicht so stark und so nutzen Jörg und Luzie die Gelegenheit zum Schnorcheln. Stundenlang sind sie unterwegs und bringen fette Beute in Form von vielen verschiedenen Muscheln mit. Auch so sind sie von der Unterwasserwelt begeistert, Fische, Korallen, sogar eine Moräne konnten sie sehen und das nicht weit weg vom Ufer.

Wir beschließen, morgen eine richtige Schnorcheltour mit dem Baracuda Divingteam unseres Hotels zu machen, es soll 20 Euro pro Person kosten, dauert 2 Stunden und es geht bis zum Riff raus.

Sonntag, 13.10.13

Um 11 Uhr geht es los, wir bekommen Schnorchelausrüstung und werden mit einem Boot bis kurz vor das Riff gefahren.

Wir sind ganz begeistert von den vielen Fischen, die uns sogar aus der Hand fressen. Zum Glück hat uns der Bootsführer gesagt, dass wir etwas um Füttern mitbringen können.

Auch dem Bootsführer schmecken unsere mitgebrachten Kekse sehr gut.

Neben Korallen sehen wir große, kleine, bunte ... Fische. Die meisten kenne ich gar nicht. Fast 1 Stunde verbringen wir dort, dann geht es ein Stück weiter und wir halten an einer Stelle vor dem Riff, an dem uns das Wasser gerade bis zum Bauch geht. Der Meeresboden ist hier ganz hell, der Sand schön weich und es kommen Wellen wie direkt am Strand. Hier können wir noch ein bisschen baden und in die Wellen springen.

Nach 2 Stunden fahren wir an unseren Strand zurück, es war ein schönes Erlebnis.

Am Nachmittag machen wir unseren letzten Strandspaziergang. Ich möchte gern noch einen Wasserbüffel aus Holz kaufen. Heute nehme ich meinen Beutel voll Kleinigkeiten mit zum Tauschen, Handeln und Verschenken. Die Kenianer lieben es zu tauschen. Ich kaufe ein Tuch und gebe der Frau für einen guten Preis 2 Nagellacke mit dazu. Das nächste Mal muss ich zusehen, dass ich roten Lack mitnehme, das mögen sie am liebsten.

Da heute Sonntag ist, sind viele einheimische Familien am Strand. Ich finde es sehr schön anzusehen, wie sie sich hübsch gemacht haben und am Strand flanieren. Koffer packen ist angesagt, denn morgen früh geht es nach Hause.

 

Montag, 14.10.13

Nach unserem letzten Frühstück verlassen wir unser Hotel um kurz nach 8 Uhr.

Zwei Busse holen uns ab. Die Fahrt zum Flughafen ist eine Tortour. Wir werden noch einmal mit den schlimmsten Seiten Kenias konfrontiert, denn wir fahren an einer riesigen großen Müllhalde vorbei. Wir können gar nicht atmen, so schlimm stinkt es hier und hier leben Menschen. Ärmliche Hütten stehen direkt auf und neben der Müllhalde, es ist menschenunwürdig!

Am Flughafen geht es erst einmal reibungslos. Als wir jedoch im Flieger sitzen, begrüßt uns der Flugkapitän mit der Nachricht, dass es in Kenia zur Zeit kein Flugzeugtreibstoff gibt und wir deshalb erst mal nach Ägypten/Hurgada fliegen.

Kwa heri Kenya – Auf Wiedersehen Kenia!

Dieser Zwischenstopp hat zur Folge, dass wir mit einer Flugverspätung von 1,5 Stunden in Zürich landen. Wir hetzen zu unserem Anschlussflug, sie warten zum Glück auf uns und auch unser Gepäck hat den schnellen Umstieg geschafft. Kurz vor 24 Uhr sind wir wieder zu Hause in Strausberg. Es begrüßt uns kalte, frische Oktoberluft. Es riecht nach Wald.