Kenya 2014 - Besuch in der Schule * Safari * Ferien am Meer

Luzie und ich fahren gegen 15 Uhr überpünktlich zum Flughafen Tegel, weil ich am Schalter der KLM meinen Flug abklären will. Mein Ticket stimmt mit meinem Onlinecheck in nicht überein. Der Flug von Nairobi nach Mombasa wurde gestrichen und wir wurden auf einen späteren Flug umgebucht. Schade, aber nicht zu ändern. Zum Glück klärt es sich und wir steigen voller Zuversicht in unseren Flieger nach Amsterdam. In Amsterdam angekommen, haben wir nur eine gute halbe Stunde zum Umsteigen, diese nutzen wir für einen Dauerlauf von einem Gate zum anderen. Ohne durchzuatmen steigen wir gleich in den Flieger, der uns nach Nairobi bringt.

 

Planmäßig landen wir in Nairobi, steigen aus dem Flugzeug und werden von einer Flughafenangestellten gefragt, wo wir weiter hinwollen. "Nach Mombasa" wir sollen hier auf den Bus warten, in der Nähe des Flugzeugs. Andere warten auch, einige werden woanders hingeschickt. Das ist Afrika!

 

Tatsächlich kommt nach einer Weile ein Bus und bringt uns zu einem Terminal. Wir werden von Krankenschwestern begrüßt, die bei jedem Fluggast Fieber messen als Maßnahme gegen Ebola. Wir füllen unsere Einreisepapiere aus und erfahren, dass wir zum Weiterflug zum Ausgang müssen, um in einem anderen Terminal einzuchecken.

 

Als wir das Flughafengebäude verlassen, habe ich noch keine Ahnung was für ein Stress uns erwartet. Zum Glück finden wir am Ende der Straße einen Wegweiser, der zu 4 verschiedenen Terminals führt. Wir entscheiden uns für das erste Terminal und sind sogar richtig. Wir bekommen unsere Tickets und wollen zum Gate. Sicherheitshalber frage ich den netten Mann, ob unsere Koffer automatisch weitergeleitet werden, so wie es in Amsterdam war. "Oh no!" Und nun? Wir müssen zurück und unsere Koffer holen. Natürlich ist das nicht so einfach, schließlich haben wir bereis den Sicherheitsbereich verlassen. Man schickt uns in ein Büro, dort müssen wir unser Anliegen erklären. Man nimmt uns die Pässe weg und gibt uns Besucherkarten. Nachdem wir wieder zurück am Kofferband sind, trudeln dort unsere Koffer zum Glück vollständig ein. Wir haben 4 große Koffer und das komplette Handgepäck zu bewegen. Mit dem Gepäckwagen laufen wir zurück zum Büro, wo wir unsere Karten wieder gegen unsere Pässe eintauschen. Jetzt beginnt der schwierigste Teil unserer Gepäckaktion. Es gibt nur sehr schlechte Wege und so passiert es, dass mein Wagen ins Kippen gerät. Ein Koffer fällt hinunter in eine Blumenrabatte. Es hatte gerade frisch geregnet und so ist ein Koffer komplett und die anderen zum Teil mit rotem Schlamm verdreckt. Völlig entnervt krame ich aus meinem kleinen Koffer eine Packung Feuchttücher und bitte Luzie, einen 2. Gepäckwagen zu holen. Notdürftig verschmieren wir den Dreck auf unseren Koffern, von sauber ist noch weit entfernt! Mühselig auf den engen Wegen, durch Schlaglöcher über Rampen hoch und runter schaffen wir es wieder zum Terminal. Ich soll alle Koffer zum Durchleuchten auf ein Band stellen. Ich bin so sauer, dass man es mir ansieht und Luzie mich bitten muss, ruhig zu bleiben. Nachdem wir endlich unser Gepäck durchgeschleust und wieder abgegeben haben, stellen wir fest, dass unser schon 1 h späterer Flug nochmals 1,5 h Verspätung haben wird. Wir sind seit gestern 15 h unterwegs und um 11 Uhr soll es nun erst weiter gehen.

Zum Glück bleibt es bei dieser Verspätung und wir sind kurz nach 12 Uhr mit unserem kompletten Gepäck in Mombasa. Lilly, Hanna und Evi erwarten uns bereits und wir fahren nach Voi in unsere Schule. Die Fahrt dort hin ist sehr beschwerlich. Wir brauchen über 1 h um Mombasa hinter uns zu lassen. Viele LKW sind unterwegs und so benötigen wir nochmals 3,5 h, um in der Schule anzukommen. Endlich haben wir es geschafft. In der Schule ist sofort alles wieder sehr vertraut.

Zuerst laden wir unser Gepäck bei Annedore ab. Osborne hat Mandazi gebacken. Es gibt Gemüse dazu - sehr köstlich. Bevor wir in die Schule gehen, müssen wir noch wichtige Dinge besprechen. Ein neuer Schulpräsident hat beschlossen, dass in diesem Jahr die Schule nicht bis Ende November sondern nur bis 25.10.14 geht. Das heißt, dass die Schüler den Unterrichtsstoff in viel kürzerer Zeit vermittelt bekommen müssen und auch die Examen vorverlegt wurden. Annedore hatte eine tolle Alternative gefunden unseren Ausflug dem finanziellen Rahmen anzupassen. Leider muss er am nächsten Dienstag ausfallen und verschoben werden, da nicht nur die Kinder keine Zeit haben, sondern auch noch der Bus gerade in Reparatur ist. Wir sind zwar traurig darüber, aber die Kinder bekommen ihren Ausflug und das ist das Wichtigste.

Schon in ein paar Wochen steht auch das Fundreasing im Kalender. Es sollen viele Leute eingeladen werden. Annedore und wir hoffen auf großzügige Spenden, denn in Kenia ist alles teurer geworden und es ist ein monatlicher Kampf unseren inzwischen 217 Kinder ein Leben in der Schule zu ermöglichen.

Wir machen uns auf den Weg rüber in die Schule und es dauert nicht lange, da kommt uns Nyamula entgegen. Von Scheu gar keine Spur. Sie umarmt mich und Luzie und ist ganz stolz mit uns gemeinsam durch die Schule zu laufen und die anderen Kinder und Lehrer zu begrüßen. Ich erzähle ihr, dass ich ein kleines Geschenk mitgebracht habe, das sie morgen bekommen soll.

Diesmal habe ich Schuhe, Handtücher, Bastelmaterial, Verbandszeug und Medikamente mitgebracht. Außerdem konnte ich Annedore 1000 Euro in bar überreichen. Es macht mich stolz, dass ich so viele Helfer dafür habe. Vielen Dank - Asante sana - an dieser Stelle. Liebe Spender - ihr seid großartig!

Allein 1 großer Koffer war gefüllt mit Turnschuhen und Badelatschen.

Annedore bittet eine Lehrerin sich unsere Schätze anzusehen und zu entscheiden, welche Kinder am dringendsten Schuhe benötigen und welche Größen und Kinder zusammen passen. Die Lehrerin hat ein sehr gutes Augenmaß und kennt die Kinder ausgesprochen gut. Es dauert nicht lange und so findet jedes paar Füße seine passenden Schuhe. Wie süß es aussieht – Flipflop mit Socken =0)

Unter anderem habe ich Mengen an Loomgummis geschickt bekommen. Selbstverständlich möchte ich es mir nicht nehmen lassen diesen Spaß mit den Kindern gemeinsam zu erleben. Es ist wirklich ein Spaß.

Es dauert nur ein paar Minuten, schon ist der Speiseraum voller Kinder und wir haben alle Hände voll zu tun. Gummis und das nötige Zubehör verteilen und den Kindern zeigen, wie es geht.

Beim Verteilen sind uns die Lehrer behilflich. Luzie und ich beginnen einfach mit den Gummis zu bastelt und zeigen es den Kindern Step by Step. Die Hilfsbereitschaft hier ist sehr groß und so können wir gut beobachten, wie sich die Kinder untereinander helfen und es sich gegenseitig zeigen und erklären. Dabei fällt mir auf, wie geschickt sie sind und wie schnell sie das neu Gelernte umsetzen.

Annedore bittet mich mit den Kindern Karten zu basteln. Sie meint ich hätte ein künstlerisches Talent. Danke für Dein Vertrauen liebe Annedore. Ich fühle mich geehrt und übernehme diese Aufgabe auch sehr gern. Eine gute Freundin aus Deutschland schickte mir ein paar Tage vor meiner Abreise nach Kenia noch einen ganzen Karton Bastelpapier, bunte Sticker, Stifte und alles was man benötigt kreativ zu sein. Danke Daniela! Wir haben tatsächlich genau das benötigt und innerhalb von einem halben Tag aufgebraucht. Ich genieße es sehr mit den Kindern an einem Tisch zu sitzen, zu basteln und zu reden. Sie sind sehr neugierig und stellen viele Fragen. Auf viele Karten schreiben wir "God bless you!" - Gott schütze Dich! Sie fragen mich, ob wir in Deutschland auch Kirchen haben. Ja, wir haben Kirchen und viele Menschen gehen dort hin, erzähle ich ihnen. Als ich ihnen aber erzähle, dass ich nicht in die Kirche gehe und keinen Gott habe schauen sie mich mit großen Augen an. In Kenia geht man in eine Kirche oder eine Moschee!

Am Ende unserer Bastelaktion ist der Tisch, auf dem wir die fertigen Karten gelegt haben, voller bunter Karten. Geburtstagskarten, Weihnachtskarten, Glückwünsche für den bestandenen Abschluss. Die Karten sollen zum Fundreasing verkauft werden. Ich hoffe, dass wir einen kleinen Beitrag dazu leisten können.

An einem Vormittag fahren wir nach Voi. Wir brauchen noch ein paar Kleinigkeiten für die nächsten Tage. Wir besprechen kurz, ob wir zum Mittag ein bisschen Salat machen wollen und so besuchen wir den Obst- und Gemüsemarkt. Ich kaufe ein paar Tomaten - unglaublich, die Kosten ca. 10 Cent. Es ist mir schon wieder fast peinlich.

Leider ist die Zeit in Voi und in der Schule in diesem Jahr sehr kurz, da die Kinder von morgens bis abends Unterricht haben und wir mit unserer Anwesenheit nicht gerade zur Konzentration beitragen.

Dabei ist es so wichtig, dass die Kinder gute Ergebnisse erzielen. Machora, der Bildungsdirektor des Districts, erwartet von unserer Schule, dass sie wieder die beste Schule wird. Zur Zeit liegen wir auf Platz 2.

Es ist sehr schwer die teilweise pubertierenden Kinder immer wieder auf den richtigen Weg zu bringen und ihnen die Notwendigkeit einer guten Schulbildung nahe zu bringen. Alle 3 Monate haben sie 1 Monat Ferien, in denen sie nach Hause zu ihren Eltern oder Verwandten fahren, sofern sie welche haben.

Das Patenkind einer guten Freundin ist 12. Sie hatte in den Ferien einen Jungen kennengelernt und plötzlich wurde die Schule zur Nebensache. Ihre schulischen Leistungen wurden immer schlechter und Annedore machte sich sogar Sorgen, dass das Mädchen schwanger werden würde. Leider kein Einzelfall!

Für diese Altersgruppe hat Annedore eine Dame vom Family and Health Network gebeten, sich den Kindern zu widmen. Die Kinder sollten anonym aufschreiben, was sie für Fragen und Probleme haben. In kleinen Gruppen wurden dann diese Anliegen besprochen. Das Thema Sexualität ist hier in Kenia ein ganz schwieriges Thema.

Leider wurden auch dahingehen die Gesetze, für unser europäisches Verständnis, rückwärtig verändert. So wurde die Mehrehe wieder erlaubt und das Verbot der Beschneidung von Mädchen teilweise wieder aufgehoben. Ich finde es katastrophal!

Innerhalb der letzen 2 Monate konnte sich dieses Mädchen in der Schule wieder sehr verbessern. Durch diese kleine Geschichte wurde mir wieder bewusst, unsere Schule ist mehr als nur eine Schule - es ist wie eine sehr große Familie.

Nach ein paar Tagen mussten wir schon wieder Abschied nehmen, von der Schule, von Annedore - die Zeit war viel zu kurz.

Wir fahren nach Mombasa. Der Weg dort hin ist wieder sehr beschwerlich, dutzende LKW verstopfen die einzige Straße nach Mombasa hinein. Wir haben mit Pasquale einen sehr guten Fahrer und so vertrauen wir ihm als er oftmals von der Straße runter und neben den LKW's herfährt. Oft denke ich, gleich kippen wir um.

Es geht alles gut und so machen wir noch kurz einen Stop im Nakumat, einem großen Einkaufscenter. Schon ist wieder dieses erdrückende Gefühl da - eben noch die Slums vor der Stadt und hier diese gut gefüllten Einkaufsregale. Ich könnte sogar deutsche Produkte kaufen!

Im Hotel angekommen stellen wir fest, dass sich auch hier die politischen Unruhen der letzten Monate und nun noch die Unsicher- und Unwissenheit über das Ebolavirus abzeichnen. Es gibt nur ganz wenige Gäste im Hotel. Der große Speisesaal wurde geschlossen und die schöne Beachbar auch. Dabei liegt Spanien, z.B. Madrid mit 3500 km wesentlich näher als Mombasa mit ca. 6000 km von Westafrika entfernt.

In diesem Jahr haben wir eine Safari in die Masai Mara geplant. Schon von zu Hause aus haben wir Kontakt mit Maurin aufgenommen, die uns ein gutes Angebot offerierte. Lilly schrieb einige Male per Mail mit ihr hin und her. Einen Tag vor unserer Safari will Maurin ins Hotel kommen und wir ihr die Safari bezahlen. Sie kommt und bringt Niklas mit. Niklas ist ein junger Mann aus Deutschland, der für 3 Monate hier in Mombasa ein Praktikum macht. Jetzt erklärt sich auch, warum Maurin so gut Deutsch schreiben konnte - Lilly schrieb mit Niklas. Er beantwortete in Maurins Namen ihre Mails.

Unsere Safari beginnt mit Frühaufstehen. Um 5:45 Uhr werden wir von einem Taxi im Hotel abgeholt. Maurin holt uns sogar persönlich ab. Wir fahren zum Flughafen. Ich staune wie viele Menschen um diese Zeit bereits unterwegs sind. Die meisten Menschen sind zu Fuß oder mit einem Matatu unterwegs. Matatus halten überall, wo jemand mitfahren oder aussteigen möchte. Haltestellen gibt es nicht. Meistens sind sie überfüllt. Es gibt einen Fahrer und einen, der das Ein- und Aussteigen managt. Oft steht er während der Fahrt an der offenen Beifahrertür und hält ein Bündel Geld in der Hand. Es gibt in Kenia als größte Währung 1000 Schillinge, das sind ca. 10 Euro.

Am Flughafen angekommen hält unser Taxi vor einem kleinen Terminal. Von hier aus starten die kleinen Flugzeuge. Maurin verabschiedet sich und wünscht uns eine schöne Safari. Ca. 1 h dauert es, bis wir zu unserem Flugzeug geführt werden. Als wir einsteigen stellen wir fest, dass wir die einzigen Fluggäste sind. 18 Plätze hat der Flieger. Wir staunen nicht schlecht, als uns eine junge Frau mit Kopftuch, ich denke eine Inderin, begrüßt und uns erzählt, dass sie uns nun in die Masai Mara fliegen wird. Ungewöhnlich aber natürlich völlig in Ordnung.

Der Flug dauert 2:10 h. Nach ca. 1 h kann ich den Kilimandscharo sehen. Sehr gut sehe ich auch viele verschiedene Masaidörfer, sie sehen aus wie Ringe auf der Erde. Auch Tierherden sind schon gut zu erkennen. Unsere Vorfreude auf die Safari ist groß. Die Landung auf dem „Airstrip“ ist sanft und wir befinden uns mitten in der Masai Mara.

Zum Glück gibt es hier sogar eine Toilette – mit Toilettenbecken und einer Wasserspülung. Man hat sich offensichtlich Mühe gegeben, es uns Touristen so angenehm wie möglich zu machen. Nach dem 2 h Flug bin ich froh darüber und nutze diese Annehmlichkeit gern. Ich nehme es wahr, dass das Spülwasser braun ist, mache mir aber in dem Moment keine Gedanken darüber.

Wir müssen ein wenig warten, weil unserer Fahrer noch nicht da ist und so genießen wir den Ausblick in die Ferne der Masai Mara und auf die ersten Tiere, die in der Nähe grasen.

Etwa 300 m entfernt hockt ein Mann, der offensichtlich mit etwas beschäftigt ist. Nach einer ganzen Weile erst wird mir bewusst. was es da tut. Mit einer Blechdose holt er Wasser aus einem Wasserloch und füllt dieses in den Eimer neben sich.

„Die Toilettenspülung!“ Auf einen Schlag bekomme ich ein schlechtes Gewissen, dass ich eben die Spülung benutzt habe für ein „kleines Geschäft“.

Da kommt Ben. Ben ist Masai und für die nächsten 2 Tage unser Fahrer. Unser Erlebnis Safari beginnt.

Nun war ich in den letzen 2 Jahren bereits im Tsavo Ost, Tsavo West und im Amboselipark. Jeder Park ist besonders, wie auch die Masai Mara. Sie ist der kenianische Teil derSerengeti (Tansania).

Der Name Masai Mara besteht zum einen aus der Bezeichnung des in diesem Gebiet lebenden Volksstammes, den Massai. Der zweite Namensteil „Mara“ bedeutet „gepunktet“ oder „gefleckt“, da die vielen, einzeln stehenden Bäume in der Savanne wie einzelne Punkte aussehen.

Hier ist Kenias tierreichstes Reservat, sowohl in Bezug auf die Anzahl der Arten als auch auf die der Einzeltiere.

Wir sehen Elefanten, jedoch nicht so viele wie in den anderen Parks. Ben, unser Guide erzählt uns, dass Elefanten die Geräusche der Gnus nicht mögen. In der Masai Mara gibt es riesige Herden von Gnus. Sie sehen so bizarr und eigentlich hässlich aus, dass ich sie schon wieder schön finde.

In der Ferne schwirren Geier. Als wir näher kommen sehen wir einen toten Elefanten. Er muss schon einige Tage da liegen, denn die Aasgeier und andere Tiere haben ihn zum großen Teil aufgefressen. Es ist ein Bild des Schreckens. Im Laufe der nächsten Tage sehen wir noch viele tote Tierteile. Das gehört hier dazu – Fressen und gefressen werden!

Diesmal machen wir auch eine Ganztagestour. Gegen Mittag sucht uns Ben ein schönes Plätzchen zum Lunch. Es ist traumhaft. Wir sitzen in der Masai Mara umringt von Zebras, Giraffen, Gnus, Garzellen und tausend anderen Tieren.

Hyänen sehe ich zum ersten Mal. Meistens liegen sie faul in ihren Erdlöchern. Dort ist es bei der Hitze angenehm kühl und feucht.

Zu den Big Five in Afrika gehören der Löwe, der Elefant, der Büffel, der Leopard und das Nashorn. Die ersten Drei haben wir bereits in den letzten 2 Jahren gesehen. Zu unserer großen Freude entdecken wir diesmal gleich zwei Leoparden. Nun fehlt uns nur noch das Nashorn. Leider suchen wir vergeblich danach. Das ist Safari – alles ist möglich – nichts ist garantiert!

Besondere Freude haben wir auch an den Nilpferden. Durch die vielen kleinen Flüsse gibt es hier sehr viele davon. Besonders amüsiert sind wir, als ein Hippo über die Wiese rennt. Ich hätte im Traum nicht daran gedacht, dass es zu diesem Tempo fähig ist.

Leider geht auch die schönste Safari vorbei und so müssen wir nach 2 Tagen Abschied nehmen und fliegen zurück nach Mombasa.

Nun heißt es wieder relaxen, angestrengt ausruhen und nichts tun.

Wir gehen jeden Tag an den Strand. Auch die Händler sind weniger als in den letzten 2 Jahren. Ich kann nicht sagen, dass ich es schlimm finde. Leider sind die Afrikaner sehr aufdringlich und versuchen bei jeder Gelegenheit, ein Geschäft zu machen. Was aber positiv ist, sie bleiben immer freundlich und werden nie aggressiv wenn sie merken, dass sie kein Geschäft machen können.

Ab und zu habe ich keine Lust angesprochen zu werden oder auf Fragen zu antworten. Ich finde das ist mein gutes Recht! So laufe ich manchmal am Strand und versuche die Verkäufer, Massagedamen und Beachboys auszublenden. Da passiert es mir tatsächlich, dass ein Mann, nachdem er mir erfolglos einige Fragen gestellt und keine Antwort erhalten hat, sagt: „ Ich beiße nicht. Wir sind keine Menschenfresser.“ Auch darauf bekam er keine Antwort oder Reaktion!

Ich bin sogar der Meinung, dass die Händler erfolgreicher wären, wenn sie uns Touristen nicht so bedrängen würden. Aber es ist ihre Mentalität, es wird sich auch in den nächsten 100 Jahren nichts daran ändern.

Heute haben wir uns einen Schnorchelausflug gebucht. Wir fahren mit dem Hotelboot hinaus vor das Riff. Es gibt einige Korallen und viele bunte Fische zu sehen. Leider ist es durch die bevorstehende Ebbe nicht ganz so klar.

Es macht trotzdem Spaß und der Vorteil der Ebbe ist, dass wir im zweiten Teil unseres Ausfluges um so mehr sehen. Wir fahren zu einer Sandbank direkt an das Riff. Zum Glück haben wir Badeschuhe dabei. Es ist sehr uneben und scharfkantig. Gleich zu Beginn sehen wir einen Seestern. Er ist braun mir roten Noppen und sieht aus als hätte man ihn zur Dekoration da hingelegt. Aber nein, er lebt. So etwas habe ich noch nie gesehen. Wir sehen noch verschiedene Seesterne, Seeigel, Seegurken, wunderschöne Muscheln und eine Moräne, die sich durch das flache Wasser ihren Weg bahnt. Luzie entdeckt im Riffgestein eine Muschel, die auf und zu geht. Sie ist im Laufe der Jahre eins geworden mit dem Riff und sieht aus wie Gestein mit Mund =0)

Nun bin ich das dritte Mal in Mombasa und habe Mombasa und seine Sehenswürdigkeiten noch nicht gesehen. So beschließe ich mit Luzie eine Sightseeingtour zu unternehmen. Ich buche diese im Hotel. Hare, ein Animateur unseres Hotels wird unser Guide sein. Das ist prima, er spricht gut deutsch. Sein Lieblingsspruch: „Ich bin Hare ohne Haare“

Hare zeigt uns auch ein afrikanisches Brettspiel und bringt uns die Spielregeln bei. Es heiß Bao-Game, ist sehr schnell zu erlernen und macht großen Spaß.

Um 9.00 Uhr geht unsere Tour nach Mombasa los. Wir werden von einem Taxi abgeholt. Unser erster Weg führt zu einer Tankstelle, denn der Tank ist leer. Diese Aktion dauert keine 2 Minuten und kostet umgerechnet 5,00 Euro. Das Benzin ist nicht spottbillig – nein, er hat nur 5 Liter getankt! Ich hoffe, er weiß was er tut.

Zuerst fahren wir in das „Schnitzerdorf Akamba“. Akamba ist eigentlich kein Dorf sondern eine sehr große eingezäunte Fläche in Mombasa. Hier arbeiten ca. 3000 Schnitzer. Sie sitzen unter Dächern und schnitzen aus verschiedenen Holzarten beachtliche Skulpturen. Besonders beeindruckt mich das Aussehen von Ebenholz. Es hat einen fast schwarzen Kern und eine hellere Rinde.

Die Handwerker versuchen uns bei unserem Rundgang ihre Schnitzkunst direkt zu verkaufen. Eigentlich dürfen sie das nicht, denn es gibt auf dem Gelände einen Verkaufsshop. Dort werden alle Schnitzereien verkauft, die hier hergestellt werden. Die Handwerker verdienen bei dem Verkauf im Shop 15 % mit. Wenn sie gut sind und viel über ihre Verkaufsnummer verkauft wird, können sie bis zu 30 % mitverdienen. Egal ob 15 oder 30 Prozent. Es ist unglaublich wenig Verdienst, wenn ich, sehe wie aufwendig diese Handarbeit ist.

Wir fahren weiter durch die Stadt. Wie immer ist Stau. So habe ich wenigstens Gelegenheit ein paar schöne Fotos von Mombasas Wahrzeichen, den Stoßzähnen zu machen.

Unser Weg führt uns zu einem Hindutempel. Er ist reichlich bunt bemalt. Auch hier sind wir wie fast überall die einzigen Besucher.

Gleich beim Betreten des Tempels begrüßt uns ein frischer Blumengeruch und es duftet nach Räucherstäbchen. Alles ist sehr sauber und ordentlich. Wir kommen unter anderem in den Gebetsraum der Männer. In der Mitte des Fußbodens ist ein übergroßes rotes Hakenkreuz als Muster gestaltet. Ich mache ein Foto, welches Luzie allerdings sofort von der Kamera löscht. Sie besteht darauf, es ist verboten! Ist es nicht, ich lasse ihr aber ihren Willen.

Dieses Kreuz hier ist eine „Swastika“. Es gibt sie im Hinduismus seit etwa 5000 Jahren. Die nach rechts abgewinkelte, oft rotgefärbte Swastika ist dem Sonnenaufgang, Tag, Heil, Leben, männlichen Prinzip zugeordnet. Sie wird darum in Indien für glückbringende Dinge und Symbole verwendet.

Ihr steht die „Sauastika“ mit nach links gewendeten Haken und in blauer Farbe gegenüber. Sie bedeutet Sonnenuntergang, Niedergang des Lebens, Nacht, Unheil und Tod. Sie wird dem weiblichen Prinzip zugeordnet. Gut zu wissen! Wir hatten uns schon während der Fahrt durch die Stadt erschrocken, als wir dieses Hakenkreuz auf einem LKW gesehen haben.

Weiter geht es zur Likoni Fähre. Das ist die berühmte Fähre, auf der die „Weiße Masai“ damals ihrem Masai das erste Mal begegnet ist.

Die Fähre hat gerade angelegt und spuckt wenn nicht tausende zumindest hunderte Mensche aus. Es dauert nur ein paar Minuten schon geht der Strom in die andere Richtung. Hare erzählt uns, dass es hier immer voll ist. Manchmal steht man Stunden an, wenn man mit dem Auto auf die Fähre will. Die Likoni Fähre verbindet Mombasa mit Likoni, der kenianischen Südküste.

Wir laufen noch ein Stück durch den Park. Überall werden frisch frittierte Maniokchips angeboten. Wir kaufen eine Tüte, nehmen diese mit Chili gewürzt. Luzie sind sie zu scharf – ein Glück, ich finde sie köstlich.

Unser Weg führt uns weiter zum alten Hafen. Das eigentliche Highlight hier sind jedoch 2 Babykatzen.

Vom alten Hafen aus laufen wir am Meer erhöht entlang zum „Fort Jesus“. Diese alte Festung wurde 1593 von den Portugiesen gebaut. Sie schützte die Zufahrt in die Lagune und den alten Hafen von Mombasa.

Nach den Portugiesen übernahmen verschiedene arabische Sultane die Kontrolle über das Fort. Später nutzten die Briten die Festung als Gefängnis. Seit 1958 ist „Fort Jesus“ ein Museum.

Wir besuchen die Festung und hopsen von einem Schattenplatz zum nächsten, da die inzwischen mittägliche Hitze unerträglich geworden ist.

Damit endet unsere Mombasatour. Sie ist sehr schön gewesen.

Nur 2 Tage später werden wir um 2.30 Uhr vom Hotel abgeholt und beginnen unsere Heimreise. Auf dem Weg zum Flughafen fahren wir noch einmal durch Mombasa. Es sind mehr Menschen auf den Straßen als ich um diese Zeit vermute. Ich sehe zum Beispiel eine Mann auf einem Stuhl vor seinem Geschäft sitzen und schlafen. Ob er sein Geschäft bewachen muss? Auch liegen hier und da Menschen an den Straßenrändern und schlafen. Es ist unglaublich bedrückend mit diesen Bildern im Kopf dieses Land verlassen zu müssen.

Auf Wiedersehen Kenya, Land der Gegensätze.